Wir fahren nach Berlin
 

Vom 22.08.2002 - 25.08.2002 fuhr die IPA Kiel mit einer Mannschaft nach Berlin, zum 1. nationalen Fußballturnier der IPA Berlin Nord. Das Programm, das die Kollegen zusammengestellt hatten, mußte kurzfristig umgestellt werden. Einige Mannschaften hatten kurzfristig abgesagt und so wurde das Turnier auf einen Spieltag - der Samstag - reduziert. Da der Freitag jetzt für Ausweichprogramme zur Verfügung stand, nahmen fünf Spieler ihre Ehefrauen, bzw. Freundinnen mit. Insgesamt konnten wir acht Spieler stellen.

Mit privaten PKW reisten wir dann in die Bundeshauptstadt. Dort waren wir im Jugendhotel Central untergebracht. Die Paare belegten je ein Vierbettzimmer. Wir "Junggesellen" bekamen ein Sechsbettzimmer, das immerhin den großen Vorteil hatte, das wir uns bewegen konnten und eine eigene Toilette mit Dusche hatten. Geschlafen wurde in Hochbetten. Die Zimmer boten zwar keinen Komfort, waren aber sauber und für unsere Zwecke ausreichend. Der Vorteil war auch die Nähe zum Kurfürstendamm, der zu Fuß in wenigen Minuten erreichbar war. Eine U-Bahnstation war selbstverständlich auch sehr nahe.

Abends dann gingen wir auch gleich zum Kurfürstendamm und hatten keine Schwierigkeiten eine gemütliche Kneipe zu finden, wo wir, bei den sehr warmen Temperaturen, draußen sitzen konnten. Fürs leibliche Wohl sorgte ein Italiener, gleich um die Ecke. Das Essen war dort ausgezeichnet und die Preise dafür normal. Die Bierpreise waren auch normal. Wer dort allerdings Apfelschorle oder Selters bestellt, wir mal eben vier Europäer los...

Ab 00.00 Uhr ist das Jugendhotel geschlossen und wir dann nur noch zur vollen Stunde, für jeweils zehn Minuten geöffnet. Wer also den ersten Turn vermasselt hatte, mußte sich ganz schön lange gedulden. Das viel uns jedoch leicht, weil gleich auf der Ecke eine gemütliche Kneipe war, wo wir - wiederum draußen - noch einen Absacker trinken konnten.

Am Freitag wurden wir von einem Reisebus abgeholt und fuhren zum ehemaligen Ministerium für Staatssicherheit. Der Vortrag war allemal hörenswert und beeindruckend. Anschließend stand der Reichstag, Checkpoint Charly, das Mauermuseum und andere Sehenswürdigkeiten auf dem Programm. Das Mauermuseum ist übrigens auch einen Besuch wert. Am Reichstag stand eine Schlange, die unseren Kulturdrang beinahe gebremst hätte. Aber wir wurden zum Glück ausgezeichnet betreut und durch einen Seiteneingang direkt in das Gebäude geschleust.
Abends wiederholte sich das bereits bekannte Programm am Kurfürstendamm.

Am Samstag, gleich früh morgens, wurden wir wieder mit dem Reisebus abgeholt. In einer Polizeiunterkunft befand sich ein großer Fußballplatz. Auf zwei kleine Felder wurde gleichzeitig, in zwei Gruppen, gespielt. Unser erklärtes Ziel - wie bei jedem Turnier - nur nicht Letzer werden!

Unser Coach Otto (Otto Nissen) hatte uns vor dem Spiel Sex und Alkohol verboten. Zumindest einige Spieler hielten sich nur zu 50 % daran. Und dem einen oder anderen Kollegen traue ich in dieser Beziehung sogar alles zu...
Und so war es nicht verwunderlich, daß eine gar wundersame Truppe, bei Bombenhitze, zum Spiel antrat. Erstaunlicherweise - und wir können es uns bis heute selbst nicht erklären - gewannen wir die meisten Spiele. Das wir am Ende den vierten Platz erreichten, übertraf unsere Erwartungen. Andy Ritter, unser Torwart, hatte einen großen Anteil an dem Erfolg. Und Matthias Felsch war noch einer unserer laufstärkeren Spieler. Das schönste Tor erzielte Pö (Sven Pöhner) nach guter Vorarbeit von Stefan Bähnk, der den Ball blitzsauber auf DoubleU (Bernd Wanner) paßte. DoubleU schoß das Leder vors Tor und dort war Pö zur Stelle, der den Ball mit einem Flugkopfball ins Netz rammte. Andere Quellen berichteten, daß Pö - vor Erschöpfung - umgefallen war und dabei von DoubleU angeschossen wurde. Aber egal...
Kräftige Unterstützung fanden wir bei unserer Cheerleadercrew. Obwohl wir uns manchmal nicht ganz sicher waren, ob dort gejubelt oder gelästert wurde?! Warum aber bei meinen Kopfbällen so gelacht wurde, habe ich bis heute nicht begriffen...

Abends dann wurde die Siegerehrung abgehalten und es gab ein ganz ausgezeichnetes Buffet. Wir erlebten eine sehr nette Party, in einer ausgezeichneten Atmosphäre. Alle Teilnehmer waren voll des Lobes für die Veranstalter. Die Initiatoren Claudio und Schulle hatten Großartiges geleistet. Dankbar sind wir auch für die ganzen unbekannten Helfer im Hintergrund. Erwähnenswert sind auch die geduldigen Busfahrer, die wirklich immer gewartet haben, bis alle Teilnehmer an Bord waren.

Sonntags mußten wir dann die Rückreise antreten.

Eines ist jedoch sicher: Wir kommen wieder! Die Veranstaltung darf gerne diese Form behalten.  Die Mischung aus Kultur und Sport war genau richtig und eignet sich hervorragend dazu, seinen Anhang mitzunehmen. Berlin ist so attraktiv, daß diese IPA-Veranstaltung auch international ein absoluter Renner werden wird.
 

Holger Zucker